Pfarrer Josef Pretz

Wort des Pfarrers:

Geändert am 01.01.2012


Jahresrückblicke hören und sehen wir in Hülle und Fülle.
Ist der Mensch jemand, der gerne zurückblickt?
Oder ist er jemand, dessen Blick stets nach vorne gerichtet ist? – so frage ich mich.
Meine Antwort lautet: Lieber beende ich ein Jahr bewusst und bitte Gott, er möge das Unvollendete vollenden.
Romano Guardini, ein Theologe der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, schreibt:
“Es liegt auch eine erlösende Kraft in dem Bewusstsein: ‚Das ist nun getan und kann also weggetan werden. Das ist zu Ende gelebt und gibt Raum für Neues‘. Zugleich hat das Enden aber noch einen anderen Charakter – jenen, den wir meinen, wenn wir sagen: ‚das ist vollendet‘. Es ist im Enden voll geworden. Seine Kontur hat sich geschlossen. Worum es ging, ist herausgekommen und hat seine Gestalt gefunden.”

So kann ich getrost das neue Jahr beginnen. Ich will offen sein für das, was es mir anbietet. Das Leben annehmen jeden Tag neu, einem Kind gleich.

J.P.

 

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letztes update: 01.01.2012